Ich suche die Sonne

In der 7. Klasse hatte ich einen Kameraden, der blind war. Er hieß Kota. Während der Unterrichtsstunden saß ich neben ihm, um ihm das vorzulesen, was der Lehrer an die Tafel
geschrieben hatte. Mit seiner Braille-Schreibmaschine tippte er den Text von der Tafel in Blindenschrift. Ich fragte Kota oft vor der Pause, „Was hast du vor?“ Oft antwortete er: „Ich suche die Sonne.“ Obwohl er blind war, konnte er in der Sonne die Wärme fühlen, die Stimmung der fröhlichen Mitschüler miterleben.
Heute, wenn ich zurückschaue, denke ich: In diesen wenigen Worten meines Freundes Kota ist die tiefste Sehnsucht des Menschen nach Licht zusammengefasst. Alles Lebendige streckt sich dem Licht entgegen. Wir sind nun im Juni und
hoffen sehr auf die Sonne. Viele werden sich im Urlaub auf den Weg machen, um die Sonne zu suchen. Ohne die Sonne gibt es kein Leben.
Was sucht der Mensch? Er sucht die Sonne, das Licht und die Wärme, den Glanz und die Klarheit.
Aber für das Licht der Welt, die Sonne des Lebens sind unsere Augen oft untauglich. Wir suchen die Sonne und sind doch blind. Wir suchen das Licht und spüren das Dunkel. Wir brauchen Klarheit und leiden unter der Finsternis.
Unsere Sehnsucht nach Licht und Wahrheit ist das Verlangen nach Gott und seiner Liebe. Und wenn wir uns nach diesem Licht ausstrecken und uns ihm zuwenden so wie die Pflanzen sich zur Sonne hinwenden, dann können wir innerlich wachsen und gedeihen.
„Herr, lass leuchten über uns das Licht deines Antlitzes!“ „Öffne mir die Augen, dass ich sehe die Wunder an deinem Gesetz“ (Psalm 4,7
und199, 18)
Ich wünsche Ihnen und Euch einen wunderbaren und gesegneten Sommer! Dass das Licht der lange ersehnten Sonne Sie erinnert an das Licht Gottes, das nie vergeht. Bleiben Sie gesund!
Ihr Pastor Siaquiyah Davis

Jesus Christus
spricht: Ich bin
das Licht der Welt!
(Joh 8,12)

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