Ich glaube; hilf meinem Unglauben! (Markus 9,24)

Wir sind im Wandel! Die Nordkirche erlebt zurzeit eine große Veränderung. Die Rede ist von einer Kirche, die einen Mangel an Pastor*innen hat. Dieser Mangel wird sich besonders deutlich nach 10 Jahren zeigen, wenn ein Großteil der jetzigen Pastorinnen und Pastoren in Rente gehen wird. Dazu kommt die Diskussion über den Rückgang der Mitgliederzahlen, über die Frage von Gemeinde-Fusionen und in extremen Fällen die Schließung einiger Gotteshäuser.
Im Raum stehen die Aufregung und die Angst vor der erwarteten und zugleich ungewissen Zukunft. Kann etwas gegen den unerfreulichen Trend getan werden? Wie sollen wir handeln, um die Kirche an vielen Stellen attraktiver zu machen?
Es entsteht Ungewissheit und zum Teil Angst vor der Zukunft. Man weiß nicht, was kommt. Positiv ist, dass unsere Sehnsüchte verschärft und noch deutlicher geworden sind. Unsere Sehnsucht nach Geborgenheit, Vergebung, Zuspruch, Gemeinschaft.
Der Hunger, Gott besonders zu erleben und zu erfahren ist neu erwacht und gleichzeitig haben wir Sorge um unsere Kirche. Wir fragen uns hier in Schönningstedt-Ohe, wie soll es mit unserer Kirche weitergehen. Sollen wir darauf vertrauen, dass sie weiterleben wird? Liegt es an uns? In der Jahreslosung 2020 hören wir einen Hilfeschrei: „Ich glaube; hilf meinem Unglauben!“ (Markus 9,24).
Gott stärkt meinen kleinen Glauben und er hilft meinem Unglauben. Dieser Vers aus dem Markusevangelium stammt von dem Vater eines kranken Kindes, der Jesus um Heilung für seinen Sohn bittet. Es ist einerseits ein Bekenntnis und Ausdruck des Vertrauens in einen Gott, der mich hört, der sich in meiner Not um mich kümmert. Andererseits ist es zugleich auch ein Hilferuf: Gott, hilf meinem Unglauben! Manchmal ist mein Glaube ein Unglaube. Ich glaube zwar an Gott, doch manchmal bin ich überwältigt von der Größe der Not, von der Situation, und dann fällt es mir schwer, darauf zu vertrauen, dass Gott daran wirklich noch etwas ändern kann. Manchmal gibt es Zeiten, in denen mein Glauben wankt. Wenn ich die Befürchtung habe, dass es mir nicht mehr besser gehen wird; dass mein Leben am Ende ist, wenn ich das Ausmaß der Umweltzerstörung anschaue, wenn ich besorgt bin, die Kirche schafft es nicht… Jesus sieht mich und hält meine Unsicherheit aus, wenn mein Glaube angesichts schwieriger Herausforderungen versagt.
Gott will uns aus den Ängsten herausführen. Er will unsere Sehnsüchte erfüllen. Gott hat uns auch in der Vergangenheit begleitet, er führt seine Kirche in die Zukunft. Egal, wie düster die Situation scheint. Er selbst ist der Garant dafür, dass diese schöne Geschichte zu einem guten Ende kommt. Wir gehören Gott, und seine Kirche wird nicht untergehen. Ohne Gott wäre alles unmöglich! Er steht uns bei in allem: in den Veränderungen des oft so wechselhaften Lebens, und auch in den Veränderungen in seiner Kirche. So war es in der Geschichte der Kirche und es wird mit uns nicht anders. Lasst uns offen sein für die Veränderungen, auch, wenn wir nicht wissen, was kommt. Denn zum Glück wissen wir eins: Unser Gott ist und bleibt bei uns. Ich wünsche Ihnen und Euch Gottes Segen für die nächsten Monate, für die Fastenzeit und dann die österliche Freudenzeit!
Eurer Pastor, Siaquiyah Davis

 

Privacy Policy Settings