Der Kirchenchor Schönningstedt-Ohe feierte sein 50jähriges Jubiläum

In diesem Jahr fand am 27.Januar in der Ansgarkirche wieder das alljährliche Epiphaniaskonzert unter der bewährten Leitung von Uta Marks-Thiessenhusen statt.
Seit 50 Jahren gibt es unseren Kirchenchor nun schon, das war Anlass genug, ein anspruchsvolles Programm auf die Beine zu stellen.
Das Programm wurde nicht nur von unserem Chor gestaltet, auch das Oher Vokalensemble sowie der Pianist Andreas Fabienke und die herausragende Klarinettistin Sabine Grofmeier trugen dazu bei, dass wir ein so exzellentes wie vielseitiges Konzert erleben durften.
Wie immer war die Kirche bis auf den letzten Platz gefüllt und so gelang ein dem Jubiläum unseres Chores absolut würdiger Abend!
In diesem Jahr wollte ich einmal wissen, wie jemand, der an diesem Konzert beteiligt war, den Auftritt empfindet. Als Zuhörer profitiere ich von der ganzen Arbeit, die in der Konzertvorbereitung steckt, wie aber erlebt das ein Chor-Mitglied? Dazu hat Felicitas Keerl Marina Umlauff befragt:

Liebe Marina, wie hast du eigentlich das Konzert als Mitglied des Kirchenchores erlebt?
Dieses Konzert war von Beginn an eine runde Sache, es war vielfältig und nicht so anstrengend wie ich es schon bei früheren Konzerten empfunden habe, es war mehr aufgelockert.. Zunächst war ich sehr konzentriert, was meine eigene Position und die richtige Haltung der Noten angeht, denn es ist unbedingt wichtig, dass man die Dirigentin sehen kann! Mit jedem Lied lässt die Anspannung etwas nach und nach der Pause spüre ich eigentlich nur noch die Freude am Singen.
Man nimmt auch den unterschiedlichen Applaus wahr, das feuert an, entweder zu noch mehr Einsatz, oder zu noch mehr Konzentration! Der Motor ist die Freude daran, etwas darbieten zu können:“
Wie lange und wie überhaupt habt ihr Euch auf das Konzert vorbereitet?
Die Vorbereitung begann im Spätsommer. Uta hat uns verschiedene Vorschläge gemacht und die haben wir dann geprobt. Daraus hat sich das Programm entwickelt. Das haben wir dann im Oktober während unseres Chorwochenendes in Hermannsburg intensiv von morgens bis abends einstudiert. Die schwedischen Lieder, die wir einstudiert haben, sind manchmal eine Herausforderung. Die schwedische Musik wird anders aufgeschrieben, man muss viel blättern. Zum Glück ist Uta sehr geduldig mit uns!
Vor dem Konzert gibt es eine Hauptprobe, in der wir ohne Klavierbegleitung singen. Das ist insofern schwierig, weil wir leicht während des Singens mit der Melodie nach unten abrutschen. Den Ton halten zu können ohne das Gerüst des Klaviers ist nicht einfach!
Zuletzt findet dann kurz vor dem Konzert die Generalprobe statt, die auch bei uns gerne misslingt…aber man sagt ja nicht zu Unrecht:“ Geht die Generalprobe schief, klappt das Konzert!“ Zwei Stunden vor dem Konzert singen wir uns ein und dann geht es los!
In unserem Chor muss man keine geschulte Opernsängerin sein, auch da tut Utas Geduld mit uns gut!

Welches Stück war für euch die größte Herausforderung und warum?
Unser Auftakt, „Cantate Domino“ war eine echte Herausforderung. Es hat sehr schwierige Einsätze, und es war ein gewisses Risiko, das als erstes Lied zu singen. Andererseits ist es nicht schlecht weil man das „Angststück“ dann hinter sich hat.
Nicht einfach war auch das Lied „Wie lieblich sind auf den Bergen“. Da muss der Chor wirklich lieblich singen und die Melodie passend modulieren. Die Musik soll ja nicht nur die Ohren erreichen, sondern auch die Seele.
Wir haben auch das Lied „Älska mej“ von Benny Andersson gesungen.
Benny Andersson war einer von der Gruppe „ABBA“, von daher bekannt. Aber dieses Lied klang keinesfalls nach ABBA, da muss man mental so etwas wie eine Rolle rückwärts machen und sich auf eine ganz andere Komposition einlassen können.
Liebe Marina, vielen Dank, dass du mir diesen Blick hinter die Kulissen gewährt hast!
Liebe Gemeinde, nun habe ich nichts über die einzelnen Darbietungen geschrieben, aber seien Sie versichert, dass es wirklich wieder ein wunderschönes Konzert war! Zum Schluss möchte ich noch ein ganz besonderes Konzerterlebnis hervorheben:
Die Klarinettistin Sabine Grofmeier ergriff zum Schluss des Konzertes spontan die Initiative und bat alle Anwesenden, Chor, Vokalensemble, Andreas Fabienke und alle Zuhörer aufzustehen und sich die Hände zu reichen. Dann spielte sie das Halleluja von Leonard Cohen und wir alle zusammen sangen jeweils den Halleluja- Refrain. Das schuf eine so dichte und besondere Atmosphäre, eine Gemeinsamkeit zwischen allen Beteiligten die beinahe greifbar zu spüren war! Fast alle Konzertbesucher hatten beim Herausgehen ein Lächeln im Gesicht – kann ein Konzert mehr erreichen?
Felicitas Keerl

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