Worte, die Hoffnung schenken

Einrichtungsleiterin Regina Bargmann lädt zum Neujahrsempfang. Ihre Rede und die anschließende Andacht von Felicitas Keerl, Lektorin der Ansgar Kirchengemeinde, haben eines gemein: Zuversicht.

Mit Blick nach vorn:
Lektorin Felicitas Keerl (links) und
Einrichtungsleiterin Regina Bargmann

Viele Bewohnerinnen und Bewohner des Bismarck Seniorenstifts sind der Einladung von Regina Bargmann am 3.Januar gefolgt. Die Einrichtungsleiterin blickt in ihrer Rede noch einmal zurück auf das vergangene Jahr. „Die Pandemie hatte uns fest im Griff – so war unser Alltag hier im Haus geprägt vom Maske tragen, Abstand halten, Desinfizieren, Impfen und Testen“, zieht Bargmann Bilanz. Dennoch sei es trotz all der wichtigen Maßnahmen gelungen, das Leben und den Alltag der Menschen im Seniorenstift schön zu gestalten.
Ins Gedächtnis ruft sie dem Publikum etwa das große Jubiläumsfest zum 10-jährigen Bestehen der Einrichtung oder die Konzerte, Lesungen und weitere Aktivitäten. Vieles davon konnte durch Spendengelder realisiert werden. Das steigere die Lebensqualität und sorge dafür, dass Langeweile gar nicht erst aufkommt. „Zu verdanken ist das vor allem dem unermüdlichen Einsatz der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die alles dafür tun, jeden Tag mit Zuversicht ans Werk zu gehen“, betont Bargmann. Auch den Ehrenamtlichen dankt Bargmann.
Sie machten viele Projekte überhaupt erst möglich. Darauf erhebt sie mit ihren Gästen das Glas.
Zuversicht, Hoffnung und Worte, die Mut machen – diesen Leitgedanken von Bargmanns Rede greift Felicitas Keerl in ihrer anschließenden Andacht auf. Die Lektorin der Ansgar Kirchengemeinde Schönningstedt-Ohe ist an diesem Vormittag gemeinsam mit ihrer Kollegin Martina Richter, ehrenamtliche Küsterin der Gemeinde, ins Seniorenstift gekommen. Beide zögerten keinen Moment, als sie die Anfrage ereilte, eine Andacht im Mühlenweg zu halten.Heute geht es um Weg-Worte, mit Impulsen für den Alltag im neuen Jahr. Lektorin Keerl überbringt Neujahrsgrüße der Ansgar Kirchengemeinde und eröffnet ihre Andacht mit der Jahreslosung für das neue Jahr – Jesus Christus spricht: „Wer zu mir kommt, den werde ich nicht abweisen“ (Johannes 6,37). „Verstehen kann man das Leben rückwärts, leben muss man es aber vorwärts“, die These des dänischen Theologen und Philosophen Søren Kierkegaard stellt Keerl in den Raum. Starke Worte, die wirken.
Die Macht der Worte – das ist Keerls Thema und so schlägt sie die Brücke zu einem Bibelvers aus dem Johannes-Evangelium: „Im Anfang war das Wort und das Wort war bei Gott, und das Wort war Gott“.
Keerl: „Worte können verletzen oder Kriege auslösen. Doch sie heilen auch und stehen für den Aufbruch in eine neue Zeit.“ Die Lektorin zitiert den berühmten Satz aus Martin Luther Kings Rede aus dem Jahr 1963: „I have a dream!“
Der US-amerikanische Baptistenpastor und Bürgerrechtler träumte von der Gleichheit aller Menschen – ganz gleich, welche Herkunft, welches Alter oder welche Hautfarbe sie haben. Diese Worte müssen viel Mut gekostet haben. Ob „Danke, dass du da bist“ oder „Ich verzeihe dir“ –
Keerl weiß, wie oft es uns allen manchmal schwer fällt, bestimmte Worte auszusprechen. Ein gutes Gefühl bleibt zurück. Schließlich hat es nun jeder für sich in der Hand, welche Worte er wählt.
Die Andacht beendet Keerl mit dem Gedanken an Zuversicht und dem Blick nach vorn: „Jetzt haben wir die Chance, ein neues Buch aufzuschlagen, mit 365 leeren Seiten.“ Damit meint sie das neue Jahr, das neue Möglichkeiten für mutige Worte bietet. Nach dem gemeinsamen Vaterunser können die Bewohnerinnen und Bewohner bei Dietrich Bonhoeffers Lied „Von guten Mächten wunderbar geborgen“ ihren Gedanken nachgehen. Am Ende der Veranstaltung überreicht Regina Bargmann den Gästen die Jahreslosung für das Jahr 2022.

Text und Foto: Julia Gusovius, Referentin Kultur- und Öffentlichkeitsarbeit

Privacy Policy Settings