Wir stellen Ehrenamtliche unserer Kirchengemeinde vor: Magdalena „Magi“ Lütke

Wir stellen Ehrenamtliche unserer
Kirchengemeinde vor
Magdalena „Magi“ Lütke hat vor 4 Jahren die Nachfolge von Ruth Mußehl übernommen, die Andachten im Bismarck-Seniorenstift auf dem Klavier zu begleiten. Sie lebt seit über 60 Jahren in Reinbek. 25 Jahre hat sie als Postzustellerin gearbeitet. Seit Jahren befindet sie sich im Ruhestand. Ein Hobby von “Magi“ ist: Vögel an ihrem Gesang zu erkennen.
Pastor Kleinhempel: Liebe “Magi“ was empfindest Du, wenn Du im Stift die Andachten musikalisch begleitest?
Magi: Am Anfang habe ich immer großes Lampenfieber, weil ich Angst habe mich zu verspielen. Wenn die Andacht beginnt, mache ich immer ein Vorspiel nach eigenem Gusto. Wenn ich das hinbekommen habe, lässt der Stress etwas nach. Ich gucke dann manchmal die Leute an, und wenn ich dann sehe wie fröhlich und freundlich sie gucken, lässt auch nach jedem der folgenden Lieder die Anspannung nach. Zum Schluss habe ich immer noch ein Nachspiel. Wenn ich das gespielt habe, sollten eigentlich alle aufstehen und auf ihre Zimmer gehen, das macht dann aber niemand. Also spiele ich noch irgendetwas weiter:
Ein Volkslied oder z.B. Der Mond ist aufgegangen oder Weißt du wieviel Sternlein stehen. Dann sind die Menschen glücklich, singen teilweise mit und strahlen. Wenn ich dann aufhöre, wollen sie meistens immer noch nicht gehen. Es ist ein Echo, das darüber kommt, und es ist auch total beglückend, dass diese Leute so viel Freude haben!
Pastor Kleinhempel: Und deshalb gehst Du dort immer wieder gerne hin und nimmst auch den Stress auf Dich?
Magi: Ja, auf der einen Seite ist es Stress. Anfangs, als ich gefragt wurde, ob ich das übernehmen könnte, nachdem Ruth Mußehl es nicht mehr konnte, habe ich natürlich ja gesagt. Ich habe aber nicht bedacht, dass es in meinem Alter doch mit Stress verbunden ist, ob ich das gut hinbekommen kann. Ich dachte: Ja gut, ich übernehme es, weil ich auch nicht absagen mochte. Nachdem ich aber jetzt dort häufiger gespielt habe und merke, wie fröhlich und glücklich es die Leute macht, überträgt sich das Glücksgefühl auch auf mich.
Pastor Kleinhempel: Als Kind von Eltern, die “Heilsarmeeoffiziere“ waren, bist Du in einer ganz eigenen geistigen und geistlichen Welt groß geworden. Ein Slogan lautete: „Seife, Suppe, Seelenheil“. Als Kind hast Du in den Gottesdienstsälen Klavierspielen gelernt und schon früh Gottesdienst begleitet. Ist Dir diese Prägung eher fremd oder heimatlich?
Magi: Teilweise ist es mir fremd geworden im Laufe meines Lebens dadurch, dass ich Abstand dazu bekommen habe in einer ganz anderen Welt, die nicht identisch war. Teilweise ist es immer noch so, dass mich immer noch heimatliche Gefühle beschleichen, sobald ich mit der Heilsarmee in Berührung komme.
Pastor Kleinhempel: Liebe Magi, ich danke Dir sehr für das Gespräch.
Das Gespräch führte Pastor Benedikt Kleinhempel.

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