Loki Schmidt Stiftung sendet Blume des Jahres nach Sachsenwaldau

– Großer Wiesenknopf verweist auf zu intensive Gründlandnutzung –
Er ist groß, er ist krautig, er ist ausdauernd. Er hat einen markanten krausen Purpurschopf (Reinhard Mey). Und er fällt auf. So sehr, dass Wiesen einem spanisch vorkommen, da auf ihnen Ausrufezeichen Kopf stehen (Frederike Frei).
Die Rede ist vom Großen Wiesenknopf. Das Staudengewächs, dessen Name wie ein Häuptlingsname klingt, verschönert ab dem Juni Gärten und Wiesen. Sein Wirkungskreis erstreckt sich über das gesamte eurasische Festland, von der französischen Atlantikküste bis nach Südchina. Wenn man so will: eine kleine botanische Seidenstraße.
Mit 30 bis 120 cm Wuchshöhe und 60 bis 70 cm Breite ist der Große Wiesenknopf kaum zu übersehen. Sein stabiler Stängel trägt gleich- und wechselständig Blätter und verzweigt sich in der oberen Hälfte. Die bordeauxroten Blüten sind ährenartig geformt und bestehen aus 30 bis 40 Einzelblüten.
Zeile für Zeile Prickelköpfe, Blättchenschöpfe rotbraunlila,
geballte Wonne in der Sonne. (Frederike Frei)
Am besten gedeiht der Große Wiesenknopf auf leicht feuchtem, möglichst nährstoff- und humusreichem Boden. Dann entfaltet er seine ganze Pracht. Dazu etwas Sonne, etwas Schatten, und der blutrote Blütenkopf (Hella Mey) reckt sich neugierig in die Höhe.
Insekten besuchen den Wiesenknopf gern, stellt er doch für sie eine formidable Nahrungsquelle dar. Manche, wie der Wiesenknopf-Ameisenbläuling, können gar nicht mehr ohne ihn. All diese Insekten tragen zu seiner Erhaltung bei. Bleiben sie mal aus, so kann es auch zu Selbstbestäubungen kommen.
Verfütterung, Verschreibung, Verfeinerung Im Regelfall landet der Große Wiesenknopf mit all seinen Wiesennachbarn in der Scheune, wo er als getrocknetes Heu, als Winterfutter für das Nutzvieh vorgehalten wird. Doch es gibt weiteren Bedarf: In der traditionellen chinesischen Medizin kommt er gegen äußere und innere Blutungen zur Anwendung. Seine Blätter und seine geriebenen Wurzeln sollen entzündungshemmend wirken. In der Küche geht der Wiesenknopf als Würzkraut für Salat, Kräuterbutter, Suppen oder Fleischgerichte veredelnd von der Hand. Seine Wurzel kommt in der Teezubereitung zum Zuge – mit aromatischer und heilender Wirkung.

Kooperation mit „fördern & wohnen“ in Sachsenwaldau
Nun hat also die Loki Schmidt Stiftung den Großen Wiesenknopf zur „Blume des Jahres“ ernannt. Der Hintersinn: Ein deutlicher Hinweis auf die zu intensive Grünlandwirtschaft vielerorts. Im Mittelpunkt steht dabei die Artenzusammensetzung der Wiesen, die wesentlich von der
Nutzungsintensität (Düngemitteleinsatz, Schnittfrequenz) beeinflusst wird.
Geht es hier zu gierig, zu intensiv zu, nimmt die Artenvielfalt der Grünfläche rapide ab.
Auf all diese Zusammenhänge wird nun im sozialtherapeutischen Zentrum von „fördern & wohnen“ in Sachsenwaldau hingewiesen. Die Einrichtung arbeitet seit vielen Jahren mit der Stiftung zusammen und kooperiert auch beim Projekt „Blume des Jahres“. So eroberten 2017 der
Klatschmohn, 2018 der langblättrige Ehrenpreis, 2019 die Besenheide und 2020 der Fieberklee den Osten Hamburgs.
Dieses Jahr wurden nun Setzlinge des Großen Wiesenknopfs
angeliefert, die zunächst in Hochbeete verpflanzt und einige Monate später, nach liebevoller Betreuung durch die Bewohner der Einrichtung, auf dem weitläufigen Gelände
ausgewildert wurden. Hier treffen sie dann auch auf ihre
Vorgänger Klatschmohn, Fieberklee & Co. All diese Pflanzen nehmen eine Schlüsselrolle in einer gefährdeten Pflanzenwelt ein und werden mit Infotafeln der Stiftung näher vorgestellt. Zudem bilden sie oft den Ausgangspunkt für Naturführungen
im Sachsenwald oder für Vorträge im „fördern & wohnen“- Café.
Veranstaltungen, die von der Stiftung organisiert werden und an denen jeder teilnehmen kann.
Die Bewohner des sozialtherapeutischen Zentrums nehmen gerne teil. Gleichzeitig übernehmen sie für die Stiftung wertvolle Konfektionierungsarbeiten, will heißen Versendung von selbst befüllten Samentütchen und einem korrespondierenden Kalender an die Mitglieder der Stiftung. Beides kann im Übrigen auch auf der Stiftungs-Website
bestellt werden.
Der Kalender und eine erläuternde Broschüre zum Großen Wiesenknopf können hier bestellt werden: https://loki-schmidt-stiftung.de/bestellungen/
Die Samenmischung 2021 mit dem Großen Wiesenknopf kann gegen eine Schutzgebühr von 3,- EUR hier bestellt werden: https://loki-schmidt-stiftung.de/samenpostkarte

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