Begegnung im Dunkeln – eine Geschichte über Zuversicht

Begegnung im Dunkeln
– eine Geschichte über Zuversicht
Es war an einem Novemberabend, nicht einer von diesen nasskalten, sondern ein Abend wie Laternenläufer es sich wünschen mit dieser beginnenden Winterfrische und klarer, kühler Luft, die die Stimmen weit tragen lässt….
An diesem Abend, es war schon dunkel und ich war nach meinem alltäglichen Spaziergang durchs Dorf auf dem Weg nach Hause am Feldweg angelangt, da rief mich eine
selbstbewusste kindliche Stimme von der entfernten Wiese durch die Dunkelheit herüber an, fragte unverblümt und klar, wer ich denn sei und wedelte dabei mit dem Lichtkegel seiner Taschenlampe.
Nachdem ich die philosophische Antwort, „wer ich denn sei“ in ein „wie ich heiße“ umgedeutet hatte, tauschten wir unsere Vornamen aus. Ich habe dann unter dem Sternenzelt von dem Jungen erfahren, dass er gerade zusammen mit seiner Oma unterwegs war und mit seiner selbstgebastelten Taschenlampe den Plan hatte, noch im Dunkeln die letzten Kartoffeln aufzuspüren. Wir kannten uns nicht und wir hatten uns in diesem ganzen Gespräch nicht gesehen, nur unsere Stimmen
gehört, aber vom Feld noch rief er mir im Brustton des Tatendrangs zum Abschied einen letzten Gruß zu, denn er hatte sich meinen Namen gemerkt. Ich antwortete ihm und empfand es dabei irgendwie wundersam den eigenen vertrauten Namen zu hören von jemandem, mit dem man nur kurz und unvermutet durch den Augenblick und die Stimme verbunden gewesen war.
Die Sterne haben jedenfalls ein wenig heller geleuchtet auf den letzten Metern nach Hause.

Privacy Policy Settings