Unsere Gottesdienstreihe zu den zehn Geboten geht in die letzte Runde: „Kinder brauchen Grenzen“

Unsere Gottesdienstreihe zu den zehn Geboten geht in die
letzte Runde:
„Kinder brauchen Grenzen“
So war ein Buch überschrieben, das der Pädagoge und Erziehungsberater Jan-Uwe Rogge vor einigen Jahren geschrieben hatte. Viele Menschen ha-ben es gekauft. Er hat Säle mit Lesungen aus diesem Buch gefüllt, auch unsere St. Ansgar Kirche in Schönningstedt. Er holte die alte Wahrheit wie-der ins Bewusstsein zurück, dass Kinder Grenzen brauchen, um sich si-cher und geborgen fühlen zu können. Vielleicht war es ja so: Grenzen zu setzen roch nach Fremdbestimmung und Dirigismus. Zur Freiheit wollte und möchte man die Kinder erziehen. So war das Vergessen der Grenzen nicht aus Nachlässigkeit, sondern aus gutem Willen geboren. Aber wir wis-sen: gut gemeint ist nicht immer gleichbedeutend mit gut. Kinder erleben es wohl so: „Wenn mir niemand eine Grenze setzt, ist auch niemand wirk-lich an mir interessiert.“ So können Kinder umgekehrt erleben, wie wichtig sie sind, indem sie mit klaren Jas und klaren Neins konfrontiert werden; an diesen können sie sich natürlich auch nach Herzenslust reiben. Sind Freiraum und Grenze klar markiert, steht jemand für beides ein, wackelt nicht und verschiebt nicht, so wächst beim Kind das Gefühl einer verlässlichen Welt.
Aber auch Erwachsene, so scheint mir, brauchen Grenzen. Auch sie kön-nen durch Grenzen Sicherheit gewinnen. Auch sie erfahren durch Gren-zen, dass es nicht gleichgültig ist, was sie tun. Wenn ich mich umschaue, habe ich den Eindruck: Vieles geht aus dem Leim, gerät aus den Fugen.
Eine Krise löst die andere ab. Es ist offenbar unklar geworden, was gilt, woran man sich halten soll, was einzuhalten ist. Die Staaten, die Banken, wir selbst wissen es offenbar nicht mehr.
Deshalb haben wir im September letzten Jahres eine Gottesdienstreihe zu den 10 Geboten begonnen. Der Zukunftsforscher Prof. Horst W. Opa-schowski hat sie in einer Predigt zum „Moses-Prinzip – die 10 Gebote des 21. Jahrhunderts“ eingeleitet. Vielleicht können Sie sich an den einen oder anderen Prediger erinnern, die sich daran anschlossen: z. B. an den Musikproduzenten, den Piloten, den Manager oder den Richter. So stehen wir mittlerweile am Ende unserer Gottesdienstreihe. Ende Januar nächsten Jahres erschließen uns Menschen das neunte und zehnte Gebot, indem sie von ihrer Zufriedenheit erzählen. Im Februar beschließen wir dann die Reihe mit dem Krankenhausseelsorger am St. Adolfstift,
Pastor Florian-Sebastian Ehlert, der mit den Augen Jesu auf die 10 Gebote blickt. So werden wir über nahezu anderthalb Jahre von den 10 Geboten begleitet. Mir selbst, und vielleicht auch Ihnen, ist in diesen Monaten vertieft auf-gegangen, wie heilsam diese Grenzmarken für unser Leben sind. Ich wün-sche mir, dass die Fragen und Gedanken derjenigen, die uns die Gebote ausgelegt haben, Anstöße sein konnten und in uns Fuß fassen.
In diesem Sinne lade ich Sie sehr herzlich zu den letzten beiden Beiträgen in unserer Reihe ein.

Herzlicher Gruß

Pastor Benedikt Kleinhempel

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