Neue Wege – in der Gemeinde – für mich

Neue Wege – in der Gemeinde – für mich
„Oh. Das kann ich vielleicht gar nicht. Traue ich mir das zu? Irgendetwas reizt mich aber auch an der Sache.“ So reagiere ich manchmal, wenn etwas Neues auf mich zukommt. So reagierten manche, als ich fragte: „Hast du Lust, im Gottesdienst zu lesen und ihn mit zu gestalten?“ Ich lud zu einer Ausbildung ein, die wir in unserer Gemeinde vor einigen Monaten begonnen haben. Mit ihr wollen wir unsere Lektorenarbeit zu einem tragenden Pfeiler der Gemeinde ausbauen. Die Lebenserfahrungen und die unterschiedlichen Weisen zu glauben sollen so noch mehr in den Gottesdienst eingebracht werden – um alle geistlich zu bereichern: die Handelnden wie die Hörenden.
Ja, das fällt oft gar nicht so leicht: das Trauen, Zutrauen, Vertrauen…
Mir auch nicht.
Wie kann man die Hürde überspringen? – Wo sie sich auch immer gerade in meinen Weg stellt. Was hilft mir, Neuland zu betreten? – Wo immer es sich gerade vor mir auftut. Wie kann ich anderen und mir dabei helfen, sich mehr zu wagen?

Neulich nahm ich an einer Fortbildung teil. Wie kann ich mit einer Gruppe einen Kanon einüben? Darum ging es. Einerseits hatte ich Scheu: Anstimmen vor anderen ist schwer für mich. Und dann noch die Einsätze geben! Wie soll das bloß gehen? Andererseits wollte ich gern mitmachen und weiterkommen. Und ich bin dann schließlich über meinen Schatten gesprungen und hingegangen. Was hat mir geholfen? Eine Einsicht: Zeige dich mit dem, was du kannst, aber auch mit dem, was Dir so schwer fällt. Mache dir und anderen nichts vor. Solch ein Eingestehen ist wie eine Tür ins Freie. Das Schwere wird leicht. Und: da lag
eine Hand auf meiner Schulter, einen Moment lang nur, die mir erzählte: trau dich, du kannst es, du kannst auch Fehler
machen, am Ende gelingt es!

Was hilft Ihnen?
Gibt es da auch so eine Tür? – Und eine Hand?
Oder anders herum: Wem tut meine Hand auf seiner
Schulter gut? Wer braucht meine Ermutigung?
Jesus ging es genau darum. Er half Menschen auf die Beine, die sich offenbar nicht recht trauten. Er half ihnen aus dem Sog der Schwerkraft heraus. Er zog sie förmlich in die Kraft des Mutes: Lass los alles Ängstigen und Schuldigfühlen! Sei frei davon! Von diesem Sog der Leichtigkeit möchte ich mich anziehen lassen. Ich vermute, Sie auch. Viele gute Erfahrungen mit dem Mut wünsche ich Ihnen und mir.

Herzlich

Pastor Benedikt Kleinhempel

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