Miteinander reden – sogar über Politik?

Es ist merkwürdig: Über alles können wir miteinander in Ruhe reden. Wir versuchen uns zu verstehen. Wenn wir unterschiedlicher Meinung sind, lassen wir unsere und die andere nebeneinander stehen. Schließlich gehen wir zufrieden auseinander. Nicht immer ist es so. Aber doch meistens. Wenn man über Politik spricht ist es anders. Schnell wird es verbissen, jeder möchte „ums Verrecken“ Recht behalten, meint, seine Meinung ist die einzig richtige.
Wenn die Überzeugungen auseinanderklaffen, bekommt der Ton schnell Schärfe, Gefühle schnellen hoch, die Lautstärke schwillt an. Vielleicht hat Politik viel mehr mit der persönlichen Biographie, der Prägung und Identi-tät zu tun, als wir meinen. So fühlen wir uns offenbar schnell persönlich herausgefordert.
Wir wollen die Dinge einmal anders angehen – immer am Bußtag – mit Ihnen und mit Politikern.
Wir wollen in uns gehen, erst einmal zuhören, versuchen zu verstehen, nachfragen, die eigene Position überprüfen.
Die Politiker fragen wir:
– was hat Sie in Ihre Partei geführt, welche Erfahrung, Überzeu-
gung, Sehnsucht?
– tauchen im politischen Geschäft Werte auf, die Sie leiten?
– tragen Sie ein Zukunftsbild, eine Vision in Ihrem Herzen, wo-
hin sich die Gesellschaft, die Welt, entwickeln soll?
Diese oder ähnliche Fragen stellen sich natürlich zugleich an jeden von uns.
Das erste Gespräch dieser Art im vergangenen Jahr verlief erfreulich. Wir haben es mit drei Vertretern der Christlich Demokratischen Union geführt.
In diesem Jahr tauschen wir uns mit Politikern aus, die für die Sozialde-mokratische Partei Deutschlands stehen. Die Einladung finden Sie auf der Nebenseite.
Dieser Wechsel ist reizvoll:
Wir kommen von der relativ jungen CDU, der Nachkriegsgründung, zur SPD, einer Partei mit einem reichen historischen Schatz aus anderthalb Jahrhunderten.
Ich bin gespannt auf unser diesjähriges Gespräch. Hören Sie mit, sprechen Sie mit.
Mit herzlichen Grüßen
Ihr Pastor

Benedikt Kleinhempel

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