Leben…..weit mehr, als wir uns ausdenken können


Leben…..weit mehr, als wir uns ausdenken können

Für die österlich und nachösterlich Zeit eine kleine Fabel zum Nachdenken über den Sinn des Lebens:
An einem schönen Frühlingstag war um die Mittagszeit eine Stille im Wald eingetreten. Alles Lebendige schien für eine Weile inne zu halten. Da steckte der Buchfink sein Köpfchen hervor und fragte: „Was ist das Leben?“ Im Nu schwand alle Stille dahin. Jede Kreatur war tief betroffen von so einer schweren Frage. Eine Rose entfaltete gerade ihre Knospe und schob behutsam ein Blatt ums andere heraus. Sie sprach: „Das Leben ist eine Entwicklung“. Leichter veranlagt war der Schmetterling. Heiter flog er von einer Blume zur anderen, naschte da und dort und sagte:
„Das Leben ist lauter Freude und Sonnenschein“. Drunten am  Boden schleppte eine Ameise sich mit einem Strohhalm, zehnmal länger und schwerer als sie selbst und sagte: „Das Leben ist nichts
als Mühe und Arbeit“. Vorbei kam eine Biene , die auf dem Heimweg von einer gelben Blume war und meinte dazu: „Das Leben ist ein Wechsel von Arbeit und Vergnügen.“ Wo so gewichtige Reden geführt wurden, steckte der Maulwurf seinen Kopf aus der Erde und sagte: „Das Leben ist ein Kampf im Dunkeln.“
Es hätte nun einen großen Streit gegeben, wenn nicht ein feiner Regen eingesetzt hätte, der sagte: „Das Leben besteht aus Tränen, nichts als Tränen“. Hoch über allen zog ein Adler majestätisch seine Kreise und sagte: „Das Leben ist ein Streben nach oben“.
Dann kam die Nacht.
Nach einer Weile ging ein Mensch durch die leeren Straßen nach Hause. Er kam von einem Fest und sagte vor sich hin: „Das Leben ist ein ständiges Suchen nach Glück und eine Kette von
Enttäuschungen.“
Nach einer langen Nacht kam die Morgenröte. Sie flammte auf in ihrer strahlenden Schönheit. Sie sprach: „Wie ich, die Morgenröte, der Beginn des kommenden Tages bin, so ist das Leben der Anbruch der Gotteszeit. So ist das Leben der Anbruch der Ewigkeit.“
Wie auch immer wir unseren Lebensweg zu gehen haben und ihn deuten, die Wahrheit und Fülle Gottes geht weit über das hinaus, was wir erfassen können.

Pastorin Annette Sandig