Farbe erfahren

Farbe erfahren
„Es ist heilsam, sich mit farbigen Dingen zu umgeben. Was das Auge freut, erfrischt den Geist, und was den Geist erfrischt, erfrischt den Körper.“ Prentice Mulford (1834-1891)
Welche Bedeutung haben Farben in meinem Leben, und wie beeinflussen sie mich?
Als ich mir diese Frage stellte, wurde mir schnell klar, was für ein
komplexes Thema sich hier auftut. Farben sind allgegenwärtig. Sie können eine symbolische Bedeutung haben wie zum Beispiel die liturgischen Farben des Kirchenjahres. Ebenso wirken sie auch direkt auf unsere Gefühlswelt ein und vermögen einen ganz unbewusst in eine bestimmte Stimmung zu versetzen.
Oft werden den Farben selbst Eigenschaften zugeschrieben. Während zum Beispiel Rot als Farbe des Blutes, des Feuers und der Leidenschaft mit Kraft, mit Unruhe bis hin zu Aggression verbunden wird, wird Blau als Farbe des Himmels und des Geistes eher als ruhig und beruhigend empfunden.
Jetzt im Frühling ist eine Zeit besonders intensiver Farben. Nach der
dunklen und „farblosen“ Jahreszeit des Winters erblüht nun die
Pflanzenwelt und die Natur zeigt sich in satten, vitalen Farben. Der
Frühling ist die Zeit des Neubeginns, des Wachstums und der
Wiederauferstehung. Als für diese Zeit besonders charakteristisch
empfinde ich die Farbe Grün. Sie kann für die Natur im Allgemeinen
stehen, für Frische und auch für Hoffnung und Lebenskraft.
Obwohl ich nun schon lange in Hamburg wohne, zieht es mich gerade in dieser Jahreszeit nach Schönningstedt, „aufs Dorf“, wo ich aufwuchs. Den heilsamen Einfluss, welchen Farben auf unsere Seele, auf unsere Gefühlswelt ausüben können, erfahre ich hier in der Betrachtung der Farben- und Formenvielfalt der Natur. Die oben beschriebenen Farbeigenschaften übertragen sich dann zu einem Teil auch auf mich. Ich fühle mich inspirierter, angeregter und schöpfe frische Kraft. Diese positiven Effekte der „Farberfahrung“ finden sich in meiner künstlerischen Arbeit wieder und so verspüre ich – gerade jetzt – einen starken kreativen Drang, parallel zur Natur, auch selbst schöpferisch tätig zu werden.
Philipp Umlauff

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