Die Trauung ist zu Ende


Immer wieder taucht sie in meinen Gedanken auf, diese kleine Szene:
Die Trauung ist zu Ende. Wir stehen zu mehreren um einen Bistrotisch herum. Die Frau links neben mir ist hübsch anzusehen. Sie spricht laut, lacht noch lauter. „Ihr Glas ist leer, das geht so nicht, wir müssen doch feiern, gib mal den Sekt rüber!“ so ruft sie mir zu. Ich wollte eigentlich bei dem einen Glas bleiben, komme mir aber jetzt etwas miesepetrig dabei vor. Meine Abwehr ist nicht stabil genug. „Man muss doch das Leben genießen“, meint sie. Und sie hat recht, denke ich. Ich möchte auch feiern, ausgelassen sein, den Moment erfassen. dann ist das Glas zum dritten Mal voll.

Und doch: Irgendwie bin ich beklommen… Ihre Sprache wird
etwas schleppend und undeutlich. Ich kann die Frau gut
verstehen. Mehr noch, ich fühle mich mit ihr verbunden:
Wie oft versuche ich Freude, Leichtigkeit und Glücklichsein
herbeizuzwingen – ein Glas mehr, ein Glas zu viel, ein
Ereignis und noch eins… Und gleichzeitig ist da eine dumpfe
Ahnung in mir: So wirst du nicht dahin gelangen, wohin du
möchtest. Vielleicht ging es ja der Frau nicht viel anders.
Aber welcher Weg führt ans Ziel?
Soviel ist mir deutlich: Es muss ein Weg sein, der zu mir selbst führt, auf dem ich nichts übertönen muss. Und: Ich bin doch schon auf ihm diesen und jenen Schritt gegangen, habe erlebt, wie sich innere und ungeahnte Welten auftun. Wie wohltuend das Leise sein kann und Achtsamkeit.
Aber ich komme oft vom Wege ab!
Vielleicht kann ein Meditationskreis helfen, einen solchen Weg zu finden und auf ihm zu bleiben.
(Siehe das unten stehende Interview und die Einladung auf Seite 4)
Ich sende Ihnen viele gute Wünsche
Ihr

Pastor Benedikt Kleinhempel

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