„Alles aus Liebe“

Noch vor den großen Sommerferien wurde Pastor Kleinhempel mit seinen Konfirmanden vom Schäfer Hubert Waszik in die Lohe eingeladen.
Mit Fahrgemeinschaften starteten wir gemeinsam bei der Schönningstedter Kirche. Nach einem kurzen Fußmarsch vom Parkplatz durch diese wunderschöne Landschaft der Lohe wurden wir sehr herzlich von Kerstin Lege und ihrer Familie in Empfang genommen, die uns
sogleich liebevoll mit Getränken und gegrillten Würstchen versorgten.
allesausliebeDas war ein schönes Gefühl des Beisammenseins und die Jugendlichen waren alle guter Dinge was in diesem Alter ja keine Selbstverständlichkeit ist!
Die Schafe und den Schäfer sahen wir nur in weiter Ferne, so blieb es auch eine ganze Weile. Bis sich Hubert nebst Esel in unserer Richtung bewegten, die Konfirmanden hielt es nicht länger auf ihren Plätzen und so liefen einige in seine Richtung. Hubert musste einiges an Überzeugungsarbeit leisten, damit Eselchen Paula ihm folgte. Die Schafe blieben zwar im entfernten Gatter, da sie gerade mit großer Mühe wieder eingesammelt werden mussten, dafür hat uns Hubert ganz viel von seiner Arbeit erzählt und Fragen der Zuhörer geduldig beantwortet. Es ist in der Tat kein leichter Beruf, eher eine Berufung. Es ist halt kein Bürojob, sondern bringt lange Arbeitstage mit sich, zusätzlich muss man auch mal mitten in der Nacht raus und ist nicht oft im eigenen Zuhause. Eigentlich hat er sogar mal aufgeben wollen, wollte also den „Schäferstab an den Nagel“ hängen, aber dann hat ihn seine Frau überredet, wohl wissend, dass es wirklich seine Leidenschaft und seine selbst gewählte Lebensart ist.
Mir ist besonders in Erinnerung geblieben, dass er in diesem Zusammenhang mit fester Stimme sagte: „Du musst das alles aus Liebe machen, sonst bringt das nichts!“. Genau das Gefühl hatte ich bei ihm. Der Esel Paula, der die Funktion des Wachhundes in der Herde übernimmt, wenn der Schäfer nicht da ist, der Dackel Lena, der während unserer Unterhaltung einen ganzen Hügel durchgefräst hat, wohl auf der Suche nach kleinen pelzigen Tierchen und der Schäferhund Fenja, der sehr auf ein herunter gefallenes Würstchen gehofft hatte.
Diese ganze Gesellschaft um Hubert und er selber wirkten so zufrieden, dass ich ihn ein wenig um sein Leben beneidet habe. Das waren zwei sehr schöne „Schäferstündchen“ und ich hatte den Eindruck, dass es den Jugendlichen ebenfalls gut getan hat.
Stephanie Steinert