Wir stellen die Kirchengemeinderäte unserer Gemeinde vor. Mit Sabine Will schließen wir diese Reihe ab.


Wir stellen die Kirchengemeinderäte unserer Gemeinde vor.

sabinewill

Mit Sabine Will schließen wir diese Reihe ab.

Pastor Kleinhempel:

Liebe Sabine Will, du arbeitest seit der laufenden Wahlperiode im Kirchengemeinderat (KGR) mit, das heißt seit Dezember 2008.
Vorher bist du viel herumgekommen. Auf dem Foto sehen wir dich mit deinem Mann Karsten und deinen Kindern Rebecca, Felix
und Viktoria. Mit deiner wachsenden Familie, die dir unendlich viel bedeutet, bist du vom Siegerland übers Sauerland nach Schwerin gezogen, um schließlich hier in Reinbek Wurzeln zu schlagen.
Haben diese verschiedenen Phasen und Orte Einfluss auf
deine Art zu leben und zu glauben genommen?

Sabine Will:

Das Siegerland ist überwiegend evangelisch reformiert, ein kleinerer Teil ist katholisch. Die evangelischen Kirchenräume und
Gottesdienste sind im Vergleich zu unseren lutherischen hier eher
schlicht und nüchtern. So fehlen Osterkerze, Antependium und Liturgie ganz. Unabhängig von der Nähe zur Kirche gehört die Taufe und Konfirmation wie selbstverständlich zum Leben in der Dorfgemeinschaft dazu. Beim Umzug ins katholische Sauerland durfte ich eine kleine übersichtliche, sehr familiär geprägte evangelische Kirchengemeinde kennenlernen. Die Krabbelgruppe traf sich z. B. bei schönem Wetter im Pfarrgarten und die Ehefrau unseres Pastors backte spontan Waffeln für alle. Evangelisch zu sein war hier im Alltag eher exotisch. Ich kann mich noch sehr gut an einen Ausspruch erinnern: „Ihr Evangelen seid doch eigentlich ganz ok!“ In Schwerin wurden wir dann mit einer Aufforderung zur
Kirchengeldzahlung (gleich mit einkommensabhängiger Tabelle)
begrüßt. Dies schreckte uns neben der Tatsache, dass hier die Kirche nicht im Dorf anzutreffen ist, sondern mehrere Dörfer sich eine Kapelle teilen, von einer Kontaktaufnahme ab.
Umso schöner war es, hier in Schönningstedt wieder eine so tragende Kirchengemeinde zu finden.
Vor dem Hintergrund dieser verschiedenen Wirklichkeiten, in denen
sich Kirche abspielt, habe ich die Wichtigkeit des respektvollen,
offenen Umgangs aller Beteiligter miteinander schätzen gelernt.

Pastor Kleinhempel:

Hast du dir die Arbeit im Kirchengemeinderat so vorgestellt, wie sie sich dann tatsächlich ergeben hat?

Sabine Will:

Um mich meiner neuen Aufgabe positiv stellen zu können, versuche ich möglichst offen und ohne konkrete Vorstellung an sie heranzugehen, somit kann ich deine Frage nicht wirklich beantworten.
Allerdings gefällt mir im Kirchengemeinderat besonders der nette,
konstruktive Umgang miteinander und den anstehenden Projekten.

Pastor Kleinhempel:

Welche Aufgaben nimmst du in diesem Leitungsgremium der Kirchengemeinde wahr?

Sabine Will:

Zum einen betreue ich unser Projekt „offene Kirche“. In den Sommermonaten (nach den Konfirmationen bis Ende September)
öffne ich gemeinsam mit engagierten Gemeindemitgliedern sonntags von 11 bis 18 Uhr unsere beiden Kirchen in Schönningstedt und Ohe.
Zum anderen treffe ich eine Vorauswahl der Kollekten, die unsere
Gemeinde neben zahlreichen festgelegten Kollekten, den so
genannten Pflichtkollekten, eigenständig wählen darf und stelle diese dem KGR zur Diskussion und Abstimmung vor.
Wenn ich dich jetzt so ansehe, fällt mein Augenmerk auf die Vielfalt der Aufgaben, die wir zwei gemeinsam erledigen und die mir besonders am Herzen liegen.
Egal, ob es sich um das kurzfristige Einspringen als Vorlesekraft, das
Schreiben einer E-Mail oder Pressemitteilungen oder das
„Brainstorming“ und die Umsetzung eines deiner vielen kreativen
Projekte handelt.
Weiterhin kümmere ich mich um die Gestaltung des Schaukastens in
Schönningstedt und, mit unserer Gemeindesekretärin Doris Murach
zusammen, um die Vermietung des Gemeindehauses.

Pastor Kleinhempel:

Liebe Sabine, herzlichen Dank für dieses Gespräch.

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