Wir stellen Ehrenamtliche unserer Kirchengemeinde vor Diesmal: Rosi und „Moppel“ Fraschak

Sie tragen seit fast 10 Jahren unseren Gemeindespiegel aus. Dies hatte einmal als eine „vorrübergehende“ Aufgabe begonnen.
Pastor Kleinhempel: Das Austragen des Gemeindespiegels scheint mehr mit schlichter Notwendigkeit zu tun zu haben, als mit reizvoller Aufgabe oder Spaß. Ist das so? Oder ist es ganz anders?
Frau Fraschak: Eine Notwendigkeit ist es nicht wirklich für uns, es ist aber auch nicht immer Spaß, wenn das schlechte Wetter dann da ist oder die Dunkelheit.
Herr Fraschak: Wir haben uns gefragt, wo in der Kirchengemeinde Bedarf für eine kleine ehrenamtliche Aufgabe ist. Da haben wir festgestellt, das Austragen des Gemeindespiegels wäre etwas von uns für die Gemeinde. Die Kirchengemeinde gefällt uns sehr gut, das ist auch immer ganz wichtig. Man kann nur etwas für eine Kirchengemeinde machen, wenn man auch hinter dieser Gemeinde stehen kann. Ja und nun tragen wir seit fast 10 Jahren den
Gemeindespiegel aus und haben ganz tolle Erfahrungen gesammelt. Die erste Erfahrung ist, einheitliche Briefkästen mit gleicher Farbe am
gleichen Ort (möglichst an der Gartenpforte), das wäre mal was für die Zukunft. Durch unsere Tätigkeit haben wir die Arbeit der Postboten und
Zeitungszusteller schätzen gelernt.
Pastor Kleinhempel: Wer oder was begegnet Euch auf den Wegen
beim Austragen? Kommt Ihr in Kontakt mit Bewohnern oder
Passanten?

Frau Fraschak: Am Anfang war es für uns ein wenig komisch. Wir kamen uns ganz merkwürdig vor, plötzlich an der Gartenpforte in die Privatsphäre anderer Leute zu kommen. Das hat sich jetzt gegeben, aber es hielt die ersten Male beim Austragen an. Wir haben uns Gedanken gemacht, ob es den anderen Austrägern wohl ähnlich geht wie uns. Manchmal, besonders im Sommer, wenn die Leute im Garten arbeiten treffen wir schon mal den einen oder anderen, dem wir den Gemeindespiegel dann persönlich in die Hand geben, und die uns dann sehr nett entgegentreten.
Herr Fraschak: Wir haben auch ein- zweimal unschöne Erlebnisse gehabt. Da habe ich mir auch überlegt wie das wohl für andere Zusteller ist. Aber die schönen Momente überwiegen natürlich. Wie Rosi gesagt hat, die Jahreszeit spielt eine Rolle. Ich habe festgestellt, wenn jemand im Garten ist, der uns noch nicht kennt und man sagt wir bringen den Gemeindespiegel, dann sind sie ganz anders, viel aufgeschlossener. Den meisten Leuten geht dann auch ein Lächeln über das Gesicht und sie sagen: vielen Dank, den nehmen wir gerne.
Pastor Kleinhempel: Kennen eigentlich mittlerweile die Hunde auf Euren Wegen Euch auch schon?
Herr Fraschak: Ja, die bellen schon ganz freundlich. Das heißt wir haben gar kein Problem mit den Haustieren und stellen fest, wie man sich gibt, wird man empfangen.
Pastor Kleinhempel: Ist Glaube und Besuch von Gottesdiensten bei Euch sozusagen ein „Familienerbe“ oder habt Ihr Euch später eigene Zugänge erworben?
Frau Fraschak: Meine Mutter war der Kirche zugetan, mein Vater absolut nicht. Ich bin deswegen auch erst zu meiner Konfirmation getauft worden, weil sie mir die Entscheidung selbst überlassen wollten, was ich im nachherein gut fand. Ich hatte damals dort einen sehr strengen Pastor, dadurch habe ich mich von der Institution Kirche entfernt, aber nicht vom Glauben an Gott. Mein Glaube hat mir bei Widrigkeiten im Leben immer Mut gegeben.
Herr Fraschak: Ich weiß was Glaube an Gott bewirken kann. Heute habe ich einen festen Glauben.
Pastor Kleinhempel: Liebe Rosi, lieber „Moppel“ habt Dank für Eure Gedanken und dieses Gespräch.

Das Gespräch führte Pastor Benedikt Kleinhempel.