Gemeindeausflug – welch trockenes Wort für einen Erlebnistag?

Gemeindeausflug – welch trockenes Wort für einen Erlebnistag?
Vogelpark? Wer denkt nicht gleich an Walsrode? Und überhaupt
Vögel? Wie langweilig. Und was soll man sich bitte schön unter
Iserhatsche vorstellen? Auch wenn sie international ist?
Der, der sich durch diese Vorstellungen abschrecken ließ, den Ausflug der Gemeinde mitzumachen, wusste nicht, was ihm entgeht.
Mitgefahren waren die Neugierigen, die sich überraschen lassen
wollten und die einen Tag gemeinsam mit denen verbringen wollten,
die sie sonst immer nur in der Kirche sieht.
Und die Überraschung, die sich Brigitte Kammin und Susanne Reimann ausgedacht hatten, war überwältigend.
Die Vogelschau war eine Führung in einem Waldstück bei Bispingen.
Eine Frau zieht hier in Privatinitiative seit Jahren Eulen, Kauze,  Falken, Dohlen und Adler groß und wildert sie wieder aus.
Handzahm und darum hautnah konnten wir die Tiere streicheln, die
Weichheit der Untergefieder und die großen Augen der Eulen aus
allernächster Nähe erleben. Greifvögelvögel als Streicheltiere- wer hat so etwas schon erlebt? Die Kraft der Adler, die Wendigkeit der Falken und die Klugheit der Eulen und die Weisheit der Kauze waren spürbar.
Das Sahnehäubchen war die kundige und humorvolle  Vogelbesitzerin, die uns die Tiere auf ihre unnachahmliche Art humorvoll und tiergerecht nahe brachte.
Das Mittagessen wurde begleitet von den Eindrücken und den
Austausch darüber.
Und dann ging’s nach Iserhatsche, bei Bispingen. Mir und, welch ein
Glück auch anderen, fehlen die Worte um dieses Anwesen zu
beschreiben. Daher zitiere ich aus dem Faltblatt: „ Das Neuschwanstein des Nordens – Berg der Sammelleidenschaften
– Heidekastell Montagnetto. Seit 1992 hat der Besitzer Schulz-
Ebschach eine Phantasiewelt realistisch aufgebaut. Der „Philosophische Barocke Eisenpark“ beinhaltet 200 philosophische
Sprüche, daneben einen kleinen Preußenpavillon. Der Montagnetto,
der Berg der Sammelleidenschaften, speit oben Feuer, und innen drin kann man sich trauen lassen. Ein Hexenburggarten nach Hildegard von Bingen lässt Heil- und Giftpflanzen erblühen. Von den
Sammlungen (Bierdeckel, Flaschen, Zuckerstücke, Präservative,
Kronenkorken, Zierkerzen, Kapselheber, Gießkannen und
Spazierstöcke) kann man nicht erzählen, die muss man gesehen
haben.
Im Herrenhaus ging es weiter mit den Sehenswürdigkeiten. Ein
Biedermeier-Jagdzimmer liegt neben dem Diana-Sanssouci-Zimmer im Stile des Barocks. Alle Räume werden bewohnt und bleiben so
lebendig.
Trotz fast zweistündiger Führung habe ich nur einen Bruchteil gesehen, mein Wundern und Staunen hält immer noch an.
Das Kaffeetrinken an kleinen Tischen mit riesigen Tortenstücken vertiefte die einzelnen Eindrücke. „ Hast du das gesehen?“ und „ Es war unglaublich “ waren die Wortfetzen, die durch die Luft schwebten.
Was verbindet die Vogelschau mit Iserhatsche?
Menschen, die eine Vision haben, lassen sie zur Realität werden. Sie
bauen an der Vision und lassen andere Mitmenschen daran teilhaben – das gilt für die Vogelfrau wie für den Besitzer der Iserhatsche.
Danke Brigitte und Susanne, danke der Gemeinde, für diesen
unvorstellbaren Tag.
P.S.: Denkt an den nächsten Gemeindetag. Kommt mit, ob jung oder
alt, klug oder unwissend, mobil oder mit Gehhilfe: Brigitte und Susanne denken an alle.
Marianne Poppe